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Geschichte - Trakehner Pferde
Der Trakehner ist die älteste und reinst gezüchtete aller Warmblutrassen. Sie ist eine der ältesten Europäischen Warmblutrassen mit einer Geschichte die über 400 Jahre zurück reicht.
Die Zucht basiert auf einem kleinen Ostpreussischen Pferdetyp, den "Schwaike", mit grossem Einfluss des arabischen und englischen Vollblutes. Im frühen 18ten Jahrundert suchte König Friedrich Wilhelm I von Preussen, Vater von Friedrich dem Grossen, für die Cavallerie der Preussischen Arme einen neuen Typen Pferd.
Dieser sollte elegant genug sein um seine Offiziere stolz zu machen, dabei aber robust und mutig, mit einem konfortablen, ausgreifenden Trab der es ermöglicht schnell vorwärts zu kommen. So suchte er die besten Pferde aus den sieben königlichen Gestüten aus und brachte sie 1732 in einem neuen Gestüt "Trakehnen" zusammen.

Tempelhüter
von Perfectionist xx, aus der Teichrose von JenisseiChief
Deckhengst auf Trakehnen
in den 1920s

Der Mythos TRAKEHNEN

Trakehnen war der Ursprung und das Zentrum der Pferdezucht in Ostpreussen. Vier Gestüte (Georgenburg, Rastenburg, Braunsberg und Marienwerder) wurden jährlich mit Junghengsten des Hauptgestütes beliefert um den hohen Standard der Zucht Trakehnens über das ganze Land auszubreiten. Das erste Zuchtbuch von Trakehnen wurde 1877 veröffentlicht. Das erste Zuchtbuch des Ostpreussischen Zuchtverbandes, welches die Trakehner von privaten Züchtern listete erschien 1890. Diese beiden Bücher werden heute noch zur Beglaubigung von Pedigrees herangezogen.

Durch das späte 18te Jahrundert bis zum Zweiten Weltkrieg war der Trakehner eine überaus erfolgreiche Zucht und erbrachte überzeugende Leistungen als Millitär- und Endurancepferd, stelle seine Vielseitigkeit aber auch als Zugpferd und in der Feldarbeit unter Beweis.

Die Gold- und Silbermedalien in Dressur der Olymischen Spiele 1924 gingen and die Trakehner Piccolomini und Sabel. Bei den Olympischen Spielen 1928 gewann der Trakehner Ilja eine Bronzemedalie für seine Leistung im Drei-Tages-Wettkampf. 1936 war "das Jahr der Trakehner" - der bekannte Trakehner Kronos gewann Gold in der Dressur, der Trakhener Absint Silber. Die Goldmedalie im Drei-Tages-Wettkampf ging an Trakehner Nurmi. Im selben Jahr gewann der Trakehner Dedo den Pix des Nations in Madison Squar Garden. Zwischen 1921 und 1936 wurde das Great Pardubice Steeplechase, nach dem English Grand National das schwierigste Jagdrennen der Welt, insgesamt 9 mal von Ostpreussischen Pferden gewonnen.


"The Trek" ( Auszug aus P. L. Goodman, The Trakehner Horse - A History)

... Doch die Geschichte sollte die Trakehner beinahe auslöschen. Die Zucht hatte sich von den Ereignissen wärend des Ersten Weltkriegs, wo der Bestand auf nahezu die Hälfte reduziert wurde, gut erholt. Doch im Oktober 1944, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges, als die Russen die wunderschöne Gegend um Trakehnen einschlossen, kam der Befehl die Pferde vom Gestüt Trakehnen zu evakuieren. Zirka 800 der besten Pferde wurden hastig mit der Bahn und zufuss verfachtet, leider aber nicht weit genug nach Westen. Die meisten Pferde mitsamt der Dokumente vielen in die Hände der Soviets und wurden nach Russland verladen.
Die privaten Züchter und ihre Pferde konnten jedoch erst im Januar 1945 fliehen, als die Russen die letzte deutsche Front durchbrochen hatten. Was folgte war eine Schreckensgeschichte die als "Der Treck" ihren Platz in den Geschichtsbüchern finden sollte. Mit ca. 800 wertvollen Zuchttieren, die vor Wagen spannend wurden, beladen mit persönlichem Hab und Gut sowie Futter für die Tiere flohen diese stolzen Ostpreussen. Die meisten waren Frauen, Kinder und ältere Menschen und sie liessen ihr ganzes Leben zurück, führten nur mit was auf einem Wagen Platz fand. Es war Mitten im Winter, der Schnee tief und die Zuchtstuten schwer mit Fohlen. Viele Pferde mussten auf dem Weg zurückgelassen werden und vielen den nachrückenden Russen in die Hände oder starben in der Kälte.

Die Ostpreussen stürzten nach Westen, buchstäblich um ihr Leben rennend. Sie konnten nicht stoppen für eine Stute die ihr Fohlen verlor oder Pferde die lahm oder krank wurden. Das Futter ging zuende und die Tiere mussten von dem leben was sie am Weg fanden. Zweieinhalb Monate und 600 Meilen dauerte dieser Alptraum, verfolgt und beschossen von Sovietischen Truppen und Fliegern. Eines Tages sah es so aus als nähme die Flucht ein jähes Ende, Pferde und Menschen waren am Ufer des gefrorenen Baltischen Meeres von den Soviets eingeschlossen worden. Der einzige Fluchtweg war über das Eis und so stürzten sie los, zeitweise knietief im eisigen Wasser versuchten sie dem brechenden Eis zu entkommen. Wer es wagte anzuhalten oder dem Feuer der Russischen Flieger auszuweichen musste hilflos im eiskalten Wasser versinken. Viele haben es nicht auf die andere Seite geschafft, die wenigen Überlebenden schleppten sich nach West Deutschland. Von den 800 einst stolzen und schönen Pferden waren weniger als Einhundert übrig, zu Skeletten abgemagert, mit offenen Wunden von Scharpnellen, Rupfensäcke gefroren an die Hufe, weil man nicht stoppen konnte um verlorene oder abgenütze Hufeisen zu ersetzen.

Nur die Härtesten haben überlebt.

 


Abglanz
von Termit, aus der Abendluft von Poseidon
Der Deckhengst Maharadscha
von Famulus, aus der Marke von Marktvogt

Nur wenige hundert der ehemals Achzigtausend Ostpreussischen Trakehner standen zur Verfügung als mit der Zucht wieder begonnen wurde. Obwohl nach dem Treck und anderen Rettungsversuchen fast tausend Pferde die Sicherheit Westdeutschlands erreicht hatten, gingen die meisten doch für die Zucht verloren. Mit der Zeit konnten, unter der Leitung des ersten Verbandspräsidenten Baron von Schötter und seinem Manager Dr. Fritz Schilke, viele der überlebenden Trakehner wieder lokalisiert und eingetragen werden. Im Jahre 1950 wurde die Deutsche Bundesregierung auf die Bemühungen dieser Züchter ihr Ostpreussisches Erbe zu erhalten, aufmerksam und stimmte zu, gemeinsam mit der Regierung Sachsens die Zucht zu unterstützen.

Gelegentlich, wie schon damals der Ostpreussische Zuchtverband und das Hauptgestüt Trakehnen, benützt der Trakehnerverband sorgfälltig ausgewählte Vollblut- und Araberhengste und Stuten um die Zucht aufzufrischen und zu verbessern. Der berühmte Trakehnerhengst Abglanz, bekannt geworden durch seine Vaterschaft zu zahlreichen Sportpferden, war nicht nur ein ausschlaggebender Deckhengst der modernen Trakehnerzucht sondern auch Gründer einer sehr wichtigen Linie von Hanoveraner Hengsten. Ein anderes Beispiel ist der United States Dressage Federation 1983 Intermediaire I champion, Chrysos, ein Westfalen Hengst, dessen Vater der Trakehner Condus ist.

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