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| Geschichte
- Claratal |
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Ausschnitte
aus Aufzeichnungen von Kurt Schmerenbeck, etwa 1970/71
Der unter dem Namen Haris bekannte Platz war Grenzgebiet
zwischen den Hereros und Namas und von beiden nicht
besetzt . Er diente zunächst nur als Sammelstelle
für Handelsvieh, an den Brunnen im Flussbett wurden
Ochsen getränkt, bis diese verkauft wurden. Mit
den allmählich sicherer werdenen politischen Verhältnissen
wurden Anlagen geschaffen, die es ermöglichten
Zuchtvieh zu halten. Es wurden ausser den Ochsen auch
Kühe gekauft, statt Karpatern auch Ziegen und statt
Hammeln auch Schafe. Bei den Transporten von Pferden
aus der Kapkolonie, für den sich allmählich
steigernden Bedarf der Schutztruppe und der Siedler
wurden auch Stuten auf den Platz gebracht, der als von
Pferdesterbe frei bekannt war. Damit entwickelte sich
ein fester Farmbetrieb, schon bevor die Regierung des
Schutzgebietes Farmen an Siedler verkaufte, was in diesem
Teil des Landes, der als Niemandsland zwischen den Stämmen
galt verhältinissmässig früh begann.
Der Besitz wurde im Jahre 1896 erworben. ...
Die Pferdezucht wurde sehr früh begonnen, schon
Anfang der neunziger Jahre. Als passionierter Reiter
und Fahrer suchte sich der Besitzer aus den Transporten,
die er für die Truppe aus der Union einführte,
die besten Stuten aus und verwendete zunächst Hengste
aus der Union. Diese Hengste gehörten dem Typ an
der heute als "Boerperd" auf den Ausstellungen
in der Republik gezeigt wird. Sie waren eine Mischung
aus Reit- und Wagenpferde-Rassen die aus Europa eingeführt
wurden und zu einem ziemlich festen Typ in Südafrika
entwickelt waren.
Mit der steigenden Nachfrage der Truppe und Polizei
nach Remonten wurde die Zucht auf den Typ umgestellt,
der den Behörden aus der Heimat am besten vertraut
war. So wurden aus Ostpreussen 2 Hengste eingeführt,
die dem Bestand viele Jahre ihren Typ gaben. Die Clarataler
Remonten hatten den Ruf grosser Zähigkeit, aber
auch eines oft schwierigen Charakters. Beides hatte
seinen Grund einmal in der Aufzucht, die Tiere hatten
weite Weideflächen und lange Wege zum Wasser, aber
auch im Charakter der ostpreussischen Hengste, die schon
in der Heimat als schwieriger als andere Warmblutrassen
galten.
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Durch die Kriegsverhältnisse 1915 bedingt ging
die Kontrolle der Zahl verloren. Die Nordgrenzen der
Farm waren nicht eingezäunt und da die Pferde
meistens dort standen und nur begrenzte Wasserstellen
zur Verfügung hatten, zog es die Herden ins Kuisebtal,
wo Wasser und Weide reichlich zur Verfügung standen.
Zweimal kaufte noch die Südwester und die Unionspolizei
einen grossen Transport von Wallachen, jedesmal etwa
100 Kopf. Die Preise waren inzwischen sehr gefallen.
Während 1914 noch 400 Mark für die halfterzahmen
Remonte bezahlt wurde von der Militärbehörde,
Reitpferde waren bedeutend höher im Preise, so
nahm 1923 die Union die rohen Wallache für £
5 ab. 1930 war die Herde auf 30 Stuten reduziert und
heute sind noch 10 Stuten vorhanden.
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1926
wurde, bedingt durch das Interesse des Besitzers am
Rennsport, der erste Vollbluthengst aus der Union
gekauft, dem dann weitere aus der Union, Deutschand
und England folgten, in zeitlicher Folge: Poplin,
Nero, Lord Bill, Flying Quail, Riposte, Velvet Mist
und heute Top Secret, von denen besonders Lord Bill
und Top Secret erfolgreich waren und sind. 1926 wurde
auch eine Vollblutstute Royal Cherry gekauft, die
die Stammutter aller Vollblutstuten mit zwei Ausnahmen
wurde, die heute im Gestüt stehen. Zu gleicher
Zeit wurde ein "Monty" Tochter von Voigtland
gekauft, "Mona Lisa" aus deren Nachzucht
heute die beiden erfolgreichsten Halbblutstuten vorhanden
sind. ...
Nach
1975 wechselten die Vollblutstuten auf das Gestüt
Marienhof. Marienhof hatte eine solide Basis von Englischen
Vollblutpferden. Um grössere Pferde mit ausgeprägten
Bewegungen und ruhigem Temperament zu züchten,
wurde der Trakehner Hengst "Königsruf"
importiert und von 1984 bis 1991 in der Zucht eingesetzt.
Sein Sohn “Jolly Joker” und der Englische
Vollbluthengst “Military Song”, welcher
mehrere Gewinner im Südafrikanischen Springsport
hervorbrachte, folgten ihm nach. Als Herr von Van
Alten in den Ruhestand ging vermachte er seine Zucht
Heiko Freyer. Heute sind die Pferde und die Königsruf
Blutlinie wieder Zuhause - auf Gestüt Claratal.
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